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Paulus Guldin wurde am 12.6.1577 in Mels im heutigen Kanton St. Gallen geboren und starb am 3.11.1643 in Graz. Er war jüdischer Abstammung und sein ursprünglicher Vorname war Habakkuk. Aber seine Eltern waren bereits zum Protestantismus konvertiert, und auch ihr Sohn wechselte im Alter von zwanzig Jahren den Glauben. Allerdings wurde er Katholik und ging zu den Jesuiten, wobei er, folgerichtig, den Namen Paulus annahm. Zuvor schienen ihn auch materielle Dinge begeistern zu können, denn in seiner Jugend arbeitete er als Goldschmied. Im Jahre 1609 ging er an das Jesuiten Collegio Romano in Rom. Dort studierte er unter Christopherus Clavius, einem anderen Jesuiten und Astronom, der Papst Gregor XIII half, den Gregorianischen Kalender zu erschaffen und einzuführen. Danach lehrte Guldin selbst, nämlich Mathematik, und zwar in Rom, Graz und Wien. Guldin korrespondierte auch mit dem bekannten Astronomen Johannes Kepler, allerdings nicht nur über Astronomie und Mathematik, wie man vermuten würde, sondern in erheblichem Maße über religiöse Fragestellungen. Guldin's Werke sind in vier Bänden zusammengefaßt, die im Original erhalten sind und in der Rara Sammlung der Universitätsbibliothek in Graz Interessierten gezeigt werden. Darin findet man auch seine "Regeln". Man muß allerdings sagen, daß dieselben mit fast den gleichen Worten wie bei Guldin schon in den collectiones des griechischen Mathematikers Pappus von Alexandrien (ca. 300 v.u.Z.) enthalten sind.
There is nothing new under the sun! Für durch Uderzo und Goscinny geschulte Studenten sei noch der Originaltext zu dem rechtsstehenden Bild vermerkt:P. Paulus Guldin, ex heterodoxe Religiosus, ex aurifabro Mathematicus, ex Adiutore temporali Sacerdos clarus zelo, obsequio epidemicoru repetitio, vindiciis Clavij imesis Centrobarycis Mura Graecij refrenato. Ibidem studiorum afflictationum corporis et morborum beatum finem sortitus est Anno 1643 Ætatis 67. Societas 42 relictis plurimis libris et instrumentis 1650.
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