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René Descartes (auch Cartesius genannt, 1596-1650)

wurde in La Haye geboren und von seinem achten Lebensjahr an der Jesuitenschule La Flèche in Anjou ausgebildet. Hier studierte er die damaligen Klassiker und beschäftigte sich insbesondere mit Logik, Aristotelischer Philosophie und Mathematik. Es wird berichtet, daß sein Gesundheitszustand nicht allzu gut war und ihm deshalb erlaubt wurde, bis elf Uhr vormittags im Bett zu bleiben, eine Gewohnheit, die er bis zu seinem Tode beibehielt. Er studierte schließlich die Rechte an der Universität in Poitiers und schloß sich nach seinem Abschluß 1616 der Militärakademie in Breda an. 1618 beginnt er sich wieder intensiver mit Mathematik und Mechanik zu beschäftigen, und zwar unter Anleitung des Holländers Isaac Beeckman. Der Aufenthalt in Holland währt zwei Jahre und danach reist Descartes nach Art des jungen Gentleman durch Europa, schließt sich zeitweise sogar der Bayerischen Armee an (1619), um 1628 schließlich für die nächsten zwanzig Jahre nach Holland zurückzukehren. Hier verfaßt er wichtige wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere über optische und meteorologische Fragestellungen, als ihn die Nachricht von Galileis Problemen mit der katholischen Kirche und dem damit verbundenen Hausarrest erreicht, was ihn zögern läßt, intensiv vor seinem eigenen - vorzugsweise natürlichen - Tod zu publizieren. Einen solchen Vorwand nicht zu veröffentlichen, kann der heutige Wissenschaftler nurmehr selten geltend machen.