|
|
|

Daniel Bernoulli
Wie mancher von uns, so krankte auch Daniel Bernoulli an seiner Familie. Er verdankt dem Schicksal das zweifelhafte Glück am 8. Februar 1700 in eine der berühmtesten Gelehrtenfamilien der Geschichte hineingeboren zu werden, und zwar in Groningen in den Niederlanden. Zu dieser Zeit hielt sein Vater, Johann Bernoulli, den Lehrstuhl für Mathematik an der dortigen Universität inne. Praktischerweise starb fünf Jahre später Daniels Onkel, Jacob Bernoulli, und machte dem Vater den mathematischen Lehrstuhl in der ursprünglichen Heimatstadt aller Bernoullis, Basel, frei. Im Alter von dreizehn Jahren versuchte Johann die Karriere seines Sohnes zunächst durch ein erzwungenes Studium der Philosophie und Logik in nicht-mathematische Bahnen zu lenken. Daniel jedoch folgt letztlich dem Ruf der Mathematik, teils aus wahrem Interesse, teils um sich mit seinem Vater und den Verwandten zu messen. Nach vergeblichen Versuchen in Basel einen Lehrstuhl für Botanik bzw. Logik zu erhalten (Lehrstühle wurden damals sinnvollerweise per Losentscheid vergeben und Daniel hatte Pech im Spiel), zog er nach Italien, um sich der Medizin zu widmen, erkrankte zwischenzeitlich schwer, was ihn allerdings nicht daran hinderte, ein Stundenglas zur Navigation von Schiffen zu konstruieren, das ihm den Preis der Pariser Akademie der Wissenschaften einbrachte. Das Studium der Medizin war übrigens im Einklang mit der ihn ursprünglich interessierenden mathematischen Thematik. Es ging um Blutfluss und Blutdruckmessung, und nicht zuletzt kennen wir Daniel Bernoulli auch aus seinen grundlegenden Arbeiten zur Hydromechanik. 1725 folgt Daniel schließlich zusammen mit seinem Bruder einem Ruf auf eine Mathematikprofessur in St. Petersburg, wo er mit dem großen Leonard Euler äußerst fruchtbar zusammenarbeitet und insbesondere die Saitenschwingung studiert. 1733 schließlich verlässt er das kalte Russland und kehrt nach Basel zurück, um dort mangels Mathematiklehrstuhl Vorlesungen über Botanik zu geben. Hieran zeigt sich, wie praktisch es ist, sich auf mehr als ein Fach zu verstehen, denn auch damals fand man nicht immer den Job, der einem am meisten behagte. 1734 bewerben sich sowohl Daniel als auch sein Vater um einen weiteren Preis der Pariser Akademie. Den gewinnen sie auch (Daniel mit einer astronomischen Arbeit), allerdings wird er geteilt und beide erhalten jeweils nur eine Hälfte. Die Psychoanalyse war zu dieser Zeit noch nicht entwickelt und so bricht der Vater mit Daniel aus Neid und gekränkter Eitelkeit und verbannt ihn aus seinem Haus. Auch später ging das Schicksal nicht gerade gnädig mit Daniel um, denn immerhin dauert es noch bis 1782, als ihn in Basel der Tod ereilt und dem Wunsch nach Bedeutung ein natürliches Ende setzt.
|
|
|