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Jean Le Rond D'Alembert wurde am 17. November 1717 in Paris geboren und starb am 29. Oktober 1783 ebenda. Er war der uneheliche Sohn aus einer amourösen Liaison der Mme. de TENCIN. Sein offizieller Vater, Louis-Camus Destouches, war ein beruflich stark eingespannter Artillerieoffizier, der sich neun Monate vor D'AlembertS Geburt außerhalb des Landes befand. Wie zur damaligen Zeit üblich, deponierte Mme. Tencin das neugeborene Kind auf der Türschwelle der Kirche St. Jean Le Rond (daher sein Namenszusatz), wo es schnell gefunden und zunächst an ein Heim weitergegeben wurde. Nach seiner Rückkehr "kümmerte" sich Monsieur Destouches um den unfreiwilligen Nachwuchs und übergab ihn privater Obhut, nämlich an Mme. Rousseau, die Frau eines Glasers. Bei ihr lebte D'Alembert für geraume Zeit. Auch für die Ausbildung wurde gesorgt. D'Alembert besuchte zuerst eine Privatschule und danach das Collège des Quatre Nations. Hier schrieb er sich zunächst als Jean-Baptiste DAREMBERG ein, änderte dann aber seinen Namen um in JEAN D'Alembert. Im Collège des Quatre Nations wurde der junge D'Alembert durch einen Professor CARRON mit den Grundzügen der Mathematik konfrontiert. Dessen Mathematikunterricht basierte auf Vorlesungen VARIGNONs, dessen Namen wir bereits vom Seileck her kennen. Außerdem lehrte man die Philosophie und (Meta-)Physik Descartes', für dessen Ansichten D'Alembert den Rest seines Lebens nur wenig Respekt zeigte. Natürlich war auch die Religionslehre ein großes Thema am Collège, und auch dies wurde D'Alembert gründlich ausgetrieben (als überzeugter Atheist wurde er in einem anonymen Grab beigesetzt). Nach der Graduierung 1735 dachte D'Alembert zunächst daran, sich als Rechtsanwalt bzw. als Mediziner zu betätigen, gab dies dann aber zu Gunsten der Mathematik und Mechanik auf. Er reiste wenig und arbeitete Zeit seines Lebens in Paris an der Pariser Akademie der Wissenschaften bzw. an der Französischen Akademie. Ein solches Leben wurde nicht zuletzt dadurch möglich, dass er 1746 Mme. Geoffrin kennen lernte, eine reiche, anmaßende, nicht sonderlich kluge, aber finanziell großzügige Gründerin eines physikalischen Salons, zu dessen Sitzungen D'Alembert geladen wurde. 1772 wurde D'Alembert schließlich der Sekretär der Akademie und eine seiner Hauptaufgaben wurde das Aufsetzen von Todesanzeigen, was wohl zu den angenehmsten Pflichten der Gremienarbeit gehört. Seine Gesundheit ließ stetig nach, und als Todesgrund wird eine Blasenkrankheit angegeben, was, um an TorbergS Schüler Gerber zu erinnern, möglicherweise wie bei Tycho de Brahe auf Harnverhaltung während der intensiven wissenschaftlichen sowie der Gremientätigkeit zurückzuführen ist.