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Adrien Marie Legendre

wurde am 18. September 1752 in Paris geboren und starb ebenda am 10. Januar 1833. Von seiner Jugend ist wenig bekannt. Manche verlegen seinen Geburtsort sogar nach Toulouse und behaupten, seine Eltern seien erst später nach Paris gezogen. Auf jedem Fall entstammt er einer vermögenden Familie und erhält die bestmögliche Ausbildung in Mathematik und Physik am Collège Mazarin in Paris. Mit 18 verteidigt Legendre bereits seine Doktorarbeit. Dies klingt allerdings nach mehr als es tatsächlich war, denn zu jener Zeit bestand eine Doktorarbeit im wesentlichen aus einem Plan, welche Forschung man theoretisch durchführen müsse und nicht aus der Durchführung selbst. Trotzdem war Legendre alles andere als ein Sprücheklopfer. Er lehrt zwischen 1775 und 1780 an der Ecole Militaire in Paris unter der Mentorenschaft von Laplace. Durch seine Umgebung offenbar stimuliert, entscheidet er sich 1782 an einem Wettbewerb der Berliner Akademie teilzunehmen, bei dem es um äußere Ballistik geht. Mit seiner Arbeit Recherches sur la trajectoire des projectiles dans les milieux résistants gewinnt er den Preis und erregt die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen des großen Lagrange. In Folge publiziert Legendre über diverse Themen der Mathematik und Mechanik. So entwickelt er u.a. im Zusammenhang mit himmelsmechanischen Untersuchungen die nach ihm benannten Polynome. Er steigt auf im wissenschaftlichen Leben und wird 1787 Mitglied der Französischen Akademie. In dieser Eigenschaft ist er federführend bei der Organisation der Zusammenarbeit mit dem Royal Observatory in Greenwich, wo es um die Vermessung der Form des Erdkörpers geht. Überhaupt sind Maße und Normen große Themen während der Französischen Revolution, denn die Betonung liegt fortan in der Schaffung "natürlicher", dezimaler, von der Person des jeweiligen Herrschers unabhängiger Längen und Gewichte. So wird Legendre 1791 Mitglied des entsprechenden Komitees der Akademie. 1792 wird begonnen, Logarithmentafeln zu erstellen, und unter der Leitung Legendres, Carnots und de Pronys arbeiten zeitweise mehr als 80 Assistenten, ein Zustand, von dem heutzutage selbst großzügig ausgestattete Professoren nur träumen können. Gegen Ende seines Lebens ändern sich die politischen Verhältnisse. Beharrlich weigert sich Legendre 1826 für den Regierungskandidaten des Institute National zu stimmen. Dies nimmt man ihm übel und streicht seine Pension, so dass er in Armut stirbt. Möge dieses Schicksal unsere heutige Regierung nicht auf neue Spargedanken bringen!