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Thomas Young (1773-1829)
Mit dem Namen des Gelehrten wird im angelsächsischen Raum gerne der Elastizitätsmodul bezeichnet. Gerechterweise muß man sagen, dass
bei dieser Gepflogenheit der Patriotismus eine nicht unerhebliche Rolle spielt, denn hundert Jahre vor Young
verwendete der Schweizer Euler bei seinen Studien zur Biegelinie eine derartige, materialspezifische Größe.
Nichts desto weniger ist es kurzweilig zu hören, wie Young den Elastizitätsmodul einführt. Er sagt:
"Der Modulus der Elastizität irgendeiner Substanz ist die Säule dieser selben Substanz, die an ihrer Basis einen Druck erzeugt,
der sich bezüglich des Gewichts, das einen bestimmten Grad an Kompression verursacht, verhält wie die Länge der Substanz zur
Verlängerung ihrer Länge." Der Mechaniker und Werkstoffwissenschaftler J.E. Gordon bemerkt sarkastisch in
seinem bei Spektrum der Wissenschaft erschienenen Buch "Strukturen unter Stress" zu dieser "bemerkenswerten"
Definition: "Verständlicherweise konnten sich nur wenige Leute vorstellen, was das wohl heißen mochte - falls es überhaupt
etwas hieß." Wir müssen dem Quäker Young jedoch eine gewisse Kapriziösität zugestehen, denn neben
naturwissenschaftlichen Studien beschäftigte er sich, nota bene, mit Latein und Griechisch, was er sich im Knabenalter selber
beibrachte, und außerdem mit Persisch, Französisch, Italienisch, Hebräisch und Arabisch, der Entzifferung der Hieroglyphen
(nachdem Napoleon den Stein von Rosette als Folge des Ägyptenfeldzuges nach Europa gebracht hatte),
absolvierte ein Medizinstudium und eröffnete 1799 in London eine Arztpraxis.
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