
Gaspard-Gustave de
Coriolis
(1792-1843)
wurde
am 21. Mai 1792 in Paris geboren und starb ebenda recht jung am 19. September
1843. Sein Vater war Offizier in der königlichen französischen Armee, was die
Familie beim Untergang der Monarchie in Schwierigkeiten brachte. Man floh in die
Provinz nach Nancy, wo Coriolis die
Schule besuchte. Nach seiner Graduierung ging er zurück nach Paris an die
berühmte École des Ponts et Chaussées zum Studium. Mit dem französischen
Ingenieurcorps arbeitet er bald im Meurthe-et-Moselle Distrikt und in den
Vogesen. Sein Vater stirbt und Coriolis
muss die gesamte Familie ernähren und zwar trotz seiner notorisch schlechten
Gesundheit. Daher entscheidet er sich 1816, zurück nach Paris zu gehen und (auf
Empfehlung Cauchys) einen
Tutorenposten für Analysis an der École Polytechnique anzunehmen. Im Jahre 1829
wird Coriolis schließlich
Mechanikprofessor an der École Centrale des Artes et Manufactures. Neue
Revolutionen schließen sich an und zwar diesmal eigentlich zu
Coriolis Vorteil.
Cauchy muss nämlich aufgrund eines
nicht geleisteten Eides auf das neue Regime von seinen Ämtern zurücktreten, und
sein Lehrstuhl an der École Polytechnique wird
Coriolis angeboten.
Coriolis jedoch lehnt ab, da er
nicht noch mehr Mathematik lehren will, sondern stattdessen lieber der Forschung
frönt. 1832 jedoch ändert sich seine Einstellung, und er lehrt zusammen mit
Navier Mechanik an der École des
Ponts et Chaussées. Naviers
Lehrstuhl übernimmt er fast unmittelbar darauf nach dessen Tod und zwar hat er
ihn bis zum Jahre 1838 inne. Dann erkennt er nämlich, dass es besser ist, eine
leitende Position zu übernehmen, nämlich die des Studiendekans, anstatt wirklich
vor Studenten zu lehren. Dieses mag uns von Lehrdeputatsordnungen geplagten
Professoren zum Vorbild gereichen.
|