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Gabriel Lamé (1795-1870) tritt 1813 der École Polytechnique in Paris bei, um 1817 von dort zu
graduieren. Es folgen weitere Lehrjahre an der berühmten École des Mines, die er 1820 mit einem weiteren Abschluß beendet. Auch
damals ist es üblich, technische Entwicklungshilfe zu leisten, und so geht Lamé 1820 nach Rußland, um in St.
Petersburg Direktor der Schule für Straße und Transport zu werden. Er lehrt im Bauingenieurwesen, aber er praktiziert auch seine
Kenntnisse und hilft den Russen, Straßen und Brücken zu bauen. Im Jahre 1832 kehrt er nach Paris zurück, gründet zunächst ein
Ingenieurbüro, und übernimmt endlich den Lehrstuhl für Physik an seiner ersten alma mater. Trotzdem bleibt er aktiv und betätigt
sich außerhalb der Academia als Berater und Chefingenieur für Minenfragen und der Eisenbahn. Seine wissenschaftlichen Arbeiten
bezeugen eine große Liebe für Angewandte Mathematik, er beschäftigt sich aber auch mit Abstraktem, etwa der Zahlentheorie. So
beweist er Fermat's letztes Theorem für den Fall n=5. Nach der Meinung von Carl Friedrich Gauß ist
Lamé der bedeutendste Mathematiker seiner Zeit. Seine französischen Zeitgenossen denken jedoch anders. Die
mathematische Gilde empfindet ihn als allzu praktisch und für die Naturwissenschaftler besitzt er ein zu theoretisches Flair. Wir
dürfen ihn daher als einen wirklich großen Denker ansehen.
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