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Franz Ernst Neumann

wurde am 11. September 1798 in Joachimsthal, Brandenburg geboren (nun Jachymov) und starb am 23. Mai 1895 in Königsberg (nun Kaliningrad). Die Napoleonischen Kriege machten das Leben in Deutschland nicht gerade leicht, und es überrascht daher nicht zu hören, dass Neumanns Kindheit von großen Leiden und Armut geprägt war. Trotz geringster finanzieller Mittel schafft er es jedoch, die Volksschule in Joachimsthal zu besuchen und geht später an das Werdersche Gymnasium in Berlin. Preußen wurde im Jahre 1813 von der französischen Armee befreit, und wie es in jenen Tagen üblich war, entschied der junge Neumann sich als Freiwilliger zu den deutschen Truppen zu melden. Da er jedoch noch zu jung war, wurde ihm nicht sofort erlaubt beizutreten, und man wies ihn zurück. In der Tat musste er bis zum Jahre 1815 warten, als das Militär in seiner unendlichen Güte und Weisheit es ihm erlaubte, sich Marschall Blüchers Sturmtruppen anzuschließen. Und in der Tat, Franzens schönste Träume wurden wahr, als er endlich, schwerst verwundet für tot geglaubt am 16. Juli 1815 auf dem Schlachtfeld von Ligny zurückgelassen wird. Nachdem man ihn schließlich doch noch lebend wiederfindet und ins Lazarett bringt, dauert es mehrere Monate bis zu seiner Genesung. Weniger couragierte Leute hätten nun wohl aufgegeben. Aber nicht so Franz Ernst Neumann! Dank seines deutschen Kampfgeistes entscheidet er sich unmittelbar danach an der Belagerung von Givet teilzunehmen, wo er verbleibt, bis die Belle Alliance Napoleon schließlich erfolgreich von den Vorzügen der Altersteilzeit auf St. Helena überzeugt hat. Im Jahre 1816 kehrt Neumann nach Berlin zurück und beginnt, durch seine militärische Erfahrung vorzüglich vorbereitet, an seiner akademischen Karriere zu arbeiten. Er vollendet 1817 das Gymnasium und geht auf die Berliner Universität um Theologie, die Rechte und Naturwissenschaften zu studieren. Besonders interessiert er sich für Mineralogie und wird 1820 der Assistent des Mineralogen E.C. Weiss. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit publiziert er ein Buch über Kristallstrukturen und promoviert im Jahre 1826. Im selben Jahr wird er Dozent für Mineralogie in Königsberg, wo er den berühmten Astronomen Bessel und den Mathematiker Jacoby trifft. Nun avanciert er schnell. Er wird Assistenzprofessor im Jahre 1828 und in 1829 schließlich Ordinarius. 1831 formuliert er ein Gesetz zur Molekulartheorie der Wärme und publiziert seine Vorstellungen zur elektrischen Induktion in den Jahren 1845 bzw. 1847. Auf die weitere Entwicklung der Naturwissenschaften in Deutschland nimmt er starken Einfluss. So waren die später berühmten Physiker Kirchhoff, Clebsch und Voigt Neumanns Doktoranden.