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Henri Tresca (1814-1884)
Der französische Ingenieur wirkte als Mechanikprofessor am Conservatoire National des Arts et Métiers (CNAM) in Paris. Er war der
Erste, der Regeln aufstellte, um das Einsetzen plastischen Fließens in Festkörpern zu beschreiben. Fließen setzt ein, wenn eine
gewisse Kombination der Einzelspannungen, die sogenannte äquivalente Spannung, einen materialabhängigen, kritischen Schwellenwert
überschreitet (vgl. die Tabelle in Abschnitt 10.8.7). Nach Tresca ist dies die maximale im Körper herrschende
Schubspannung. Um seine Hypothese zu verifizieren, führte er auch Experimente durch, in denen er mehrachsige Spannungszustände auf
den Körper einwirken ließ und das Einsetzen plastischen Fließens und Kriechens beobachtete. Außerdem war
Tresca bei der Gestaltung des noch heute in Paris aufbewahrten Urmeterstabes beteiligt. Aus thermomechanischen
Stabilitätsgründen ließ er diesen aus einer Kombination von 90% Platin und 10% Iridium mit einem kreuzförmigen Querschnitt
anfertigen. Man darf sich wünschen, dass auch unseren zahlreichen DIN und ISO-Normen eine ähnlich lange Lebenszeit beschert ist.
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