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Josiah Willard Gibbs wurde am 11. Februar 1839 in New Haven, Connecticut geboren und starb am 28. April 1903 ebenda. Er war ein mathematisch orientierter Physiker, der die Wissenschaft der chemischen Thermodynamik begrün-dete und darüber hinaus viele bedeutende Beiträge zur Vectoranalysis und zur Statistischen Mechanik einbrachte. Sein Vater, der ebenfalls Josiah Willard Gibbs hieß, war Professor für sakrale Literatur an der Yale University. Es wird ge-sagt, dass sein Sohn jedoch eher seiner Mutter, Mary Anna Van Cleve Gibbs, nachschlug. Josiah hatte vier Geschwis-ter. Er schrieb sich in Yale 1854 ein und graduierte 1858, wobei er viele Preise in Latin und in Mathematik gewann. Danach folgte das Doktorat, ebenfalls in Yale und zwar als Student der Ingenieurwissenschaften, also an Yale's neu gegründeter Schule für Graduierte. 1863 wird ihm einer der ersten Doktortitel in den USA verliehen. Danach wird er erst einmal Tutor für Latein und Naturwissenschaften. Er begibt sich aber bald für mehrere Jahre nach Europa und treibt Studien in Paris, Berlin, and Heidelberg. Erfahren und gereift kehrt er schließlich nach Yale in New Haven zurück und wird dort Professor für mathematische Physik. Diese Reise scheint seine Wanderslust für immer gesättigt zu haben, denn den Rest seines Lebens verbringt er ausschließlich in New Haven. Auch professionelle Meetings vermeidet er so gut es geht. Natürlich bleibt ihm dann nur ein sehr kleiner Kreis, um seine Ideen zu diskutieren, aber das stört ihn ebenso wenig, denn Josiah Willard Gibbs war wohl der erste amerikanische theoretische Physiker von internationalem Format und zwar mehr durch Sein als durch Schein. Als er 1873 aus Europa zurückkehrt, publiziert er sofort zwei Arbeiten, die seinen Ruf in der Thermodynamik für immer festigen. Zum einen Graphical Methods in the Thermodynamics of Fluids und zum anderen A Method of Geometrical Representation of Thermodynamic Properties by Means of Surfaces. Gibbs längstes und wohl wichtigstes Paper On the Equilibrium of Heterogeneous Substances erscheint in 1876. Diese Arbeit präsentiert eine Theorie thermodynamischer Systeme unter gleichzeitiger Berücksichtigung chemischer, elastischer, oberflächenbezogener, elektromagnetischer und elektrochemischer Phänomene. Das klingt fast nach einer Theorie für alles.