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Heinrich Rudolf Hertz (1857-1894) wurde in Hamburg in eine Juristenfamilie hineingeboren. Dieses hindert ihn aber nicht, sich der Physik und Mathematik im allgemeinen und der Mechanik im speziellen schon zu Jugendzeiten zu verschreiben. Im Jahre 1877 geht er nach München, um dort an der Technischen Hochschule Ingenieurwissenschaften zu studieren, entdeckt jedoch bald, ass seine wahre Neigung mehr den reinen Wissenschaften gilt. Er wendet sich daher nach Berlin und studiert unter den berühmten Physikern Helmholtz und Kirchhoff. Nach dem mit summa cum laude abgeschlossenen Doktorat im Bereich der Elektrodynamik (wir kennen Hertz gerade wegen seiner Arbeiten über Elektromagnetismus und über die Wellennatur der elektromagnetischen Stahlung) wird Hertz 1880 Helmholtz' Assistent. Er betreibt optische Experimente, beginnt sich mit der Natur der Newtonschen Ringe zu beschäftigen und formuliert dazu ein Berechnungsverfahren zur Beschreibung der Spannungsentwicklung und Deformation von in Kontakt stehenden elastischen Körpern, die erwähnte Theorie der Hertzschen Pressung. Kontakt ist auch für Ingenieure von Interesse und daher präsentiert Hertz in den Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes zu Berlin im Jahre 1882 seine Spannungs- und Verschiebungsgleichungen, die bis heute die rechnerische Grundlage bei der Auslegung von Kugel- und Wälzlagern bilden. Aber Hertz ist eigentlich Physiker. Er wendet seine Ergebnisse daher auch "beherzt" auf größere Objekte an, nämlich auf den Stoß von zwei Stahlkugeln so groß wie die Erde, und stellt fest: "Für zwei Stahlkugeln von der Größe der Erde, die mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 10 mm/sec zusammenträfen, würde die Dauer der Berührung nahe an 27 Stunden betragen." Es ist leider nicht mehr verzeichnet, was die damaligen Ingenieure von einer derartigen Extrapolation seiner Theorie hielten. Nach Berichten gewisser Paläontologen jedoch hat ein solches Experiment, allerdings in etwas verkleinerter Ausführung mit Nebeneffekten plastisch-irrreversibler Deformation, vor ca. 65 Millionen Jahren im Golf von Mexiko stattgefunden, als ein Meteorit oder Komet auf die Erde einschlug, was angeblich zum Aussterben der Dinosaurier führte.