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Ludwig Prandtl (1875-1953)

wurde in Freising bei München als Sohn eines Professors für Landwirtschaft geboren. Er studierte Ingenieurwesen an der Technischen Hochschule München und wurde nach seiner Graduierung der Assistent und später auch der Schwiegersohn des berühmten Mechanikers August Föppl, was wieder einmal zeigt, wozu Kenntnisse in der Mechanik und ihrem Umfeld von Nutzen sein können. Im Jahre 1900 beendete er sein Doktorat mit einer Arbeit über Stabilitätstheorie und geht kurzzeitig in die Industrie (MAN). 1900 schließlich nimmt er einen Ruf an den Lehrstuhl für Ingenieurmechanik an der Technischen Hochschule in Hannover an, wo er seine Arbeiten über Strömungsanalogie bei der Torsion erstellt. Kurz danach im Jahre 1904 wird er Professor für Angewandte Mechanik an der damals für ihre Professoren in Mathematik und Physik berühmte Universität Göttingen. Im Jahre 1925 wird er Leiter des dortigen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Strömungsmechanik, das heutige Max-Planck-Institut. Er ist der Entwickler grundlegender Ideen der Strömungsmechanik, so etwa der Grenzschichttheorie. Aber auch für die Mechanik der Festkörper waren seine Arbeiten grundlegend. Wir finden seinen Namen auch in der Plastizitätstheorie und zwar in den sogenannten Prandtl-Reuss Gleichungen, den Grundgleichungen zur Beschreibung zeitunabhängiger Plastizität.