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Heinrich Hencky

wurde am 2. November 1885 in Ansbach (Bayern) zunächst ohne Schwierigkeiten geboren, um am 6. Juli 1951 schließlich beim Bergsteigen zu sterben. Während seines Lebens arbeitete er auf diese Climax hin. So war sein Leben eine einzige, unstete Wanderschaft, er wurde hochgelobt und fiel oftmals tief. Sein Vater starb früh und seine Mutter zog mit seinen Geschwistern in die Landeshauptstadt München. Dort diente er 1909 im 3. Pionierregiment, um dann zwischen 1912-1913 an der Technischen Hochschule in Darmstadt zu studieren und mit einer numerischen Arbeit zur Theorie elastischer Platten zu promovieren. Zwischenzeitlich arbeitete er bereits für die Elsaß-Lothringische Eisenbahn und wechselte 1913 zu einer Eisenbahnfirma nach Charkow (Ukraine). Der 1. Weltkrieg begann, und die Russen internierten ihn in seiner Eigenschaft als feindlicher Ausländer prompt jenseits des Urals. Dort jedoch trifft er (Glück oder Unglück?) eine Russin, die er 1918 heiratet. Nach Ende des Krieges mit Russland wird er schließlich freigelassen, und man zieht zunächst nach München. Von der Marine wird Hencky aber sogleich als Testingenieur für Seeflugzeuge nach Warnemünde geschickt. Die beginnende Demobilisierung setzt dieser Aktivität jedoch ein schnelles Ende, und so wird er 1919 schließlich Privatdozent in Darmstadt, also arbeitslos. Er geht an die Technische Universität Dresden, publiziert seine Habilitationsschrift und u.a. eine berühmte Arbeit über die Stabilität elastischer Platten. Die Fama geht, dass er in Dresden als festangestellter akademischer Lehrer allerdings weniger begehrt war. Die Bewerbung um eine Professur ebenda war nicht erfolgreich, das Bewerbungskomitee bemängelt übergroße Scheu gegenüber den Studenten, der Vorsitzende Professor Trefftz jedoch bemerkt lakonisch "Wer unter uns ist schon ein geborener Lehrer?" Wie mancher von uns verlässt Hencky daraufhin die deutschen Lande und geht 1922 als Lektor an die Technische Universität Delft. Aber auch dort gibt es keine Dauerstelle. Große Entdeckungen werden oft aus allgemeinem Schmerz heraus geboren, und im Jahre 1923 veröffentlicht er in der Zamm schließlich seine berühmteste Arbeit "Über einige statisch bestimmte Fälle des Gleichgewichts in plastischen Körpern", in welcher er das nach ihm benannte Fliesskriterium aufstellt. In Delft verbleibt er bis 1929, um 1930 als Associate Professor of Mechanics an das Department of Mechanical Engineering der berühmtesten Ingenieurhochschule der Welt, das Massachusetts Institute of Technology (MIT), berufen zu werden. Allerdings ist er als theorielastiger Mensch in der praktisch orientierten US-Academia nicht lange gut gelitten. Sein lokaler Förderer Präsident Stratton stirbt 1932 und im selben Jahr wird Hencky als redundant aus der Professorenschaft entlassen. Er wird Berater, als quasi arbeitslos, und reist in dieser Eigenschaft zunächst quer durch New Hampshire, um sich dort 1935 kurzzeitig auf einer Farm niederzulassen. Nebenbei publiziert er über das nichtlineare Deformationsverhalten von Gummi. Seine Arbeiten bringen ihn 1936 auf Empfehlung von Galerkin zurück in die Sowjetunion, erst an das Chemische Institut nach Charkow und dann an die Moskauer Universität an das Institut von Iljuschin. Das Leben in Sowjetrussland ist jedoch unerträglich restriktiv, und er wird 1938 zurück ins Großdeutsche Reich ausgewiesen, wohin er allerdings ohne seine Kinder geht, die in die U.S.A. auswandern. Bruder Karl, der bei der IG-Farben in Leverkusen beschäftigt ist, hilft ihm, bei der MAN in der Nähe von Mainz unterzukommen. Die SS beäugt ihn skeptisch, wohl nicht zuletzt aufgrund seiner ausländischen Erfahrungen, und insistiert, ihm keinerlei Zugang zu geheimen Daten zu geben. Allerdings gelingt es ihm, bei MAN bis zu seinem Lebensende zu verweilen, da sein Vorgesetzter die Nazis schließlich doch noch von der Kriegswichtigkeit der Fertigkeiten Henckys überzeugen kann, was wiederum von der Wichtigkeit solider Mechanikkenntnisse in schweren Lebenslagen zeugt.