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Pythagoras von Samos (580-500 v.u.Z.)

war vornehmlich Philosoph und Mystiker mit einer starken Neigung zur Mathematik, Astronomie, Musik, Heilkunde, dem Ringkampf und der Politik. Durch letzteres ereilt ihn im Jahre 532 vor Christus das Schicksal eines politischen Flüchtlings. Er verläßt Samos, um der dortigen Tyrannei zu entgehen und zieht nach Süditalien. In Croton gründet er seine berühmte philosophische und religiöse Schule, und er schart Anhänger um sich, die sogenannten Pythagoräer. Der nach ihm benannte Satz war tausend Jahre zuvor bereits den Babyloniern bekannt gewesen und diente diesen praktischen Leuten zur Feldvermessung. Pythagoras jedoch war vielleicht einer der ersten, der sich auch für einen Beweis "seines" Satzes interessierte. Über Details seiner eigenen wissenschaftlichen Arbeiten ist nicht allzuviel bekannt, denn die pythagoräische Schule gab sich erstens nach außen hin verschlossen und zweitens ist es bei Teams ja ohnehin nicht immer einfach, den konkreten Beitrag des Einzelnen auszumachen. Überhaupt glaubten die Pythagoräer zunächst einmal an die "Kraft der ganzen Zahl" und hofften, Naturvorgänge durch harmonische Zahlenverhältnisse darstellen zu können, gleichgültig ob es sich dabei um astronomische oder musikalische Probleme handelte. Leider entdeckten sie bei ihren Forschungen, daß die Diagonale eines Quadrates nicht als rationales Vielfaches darstellbar ist, d.h. sie wurden plötzlich mit dem Phänomen der irrationalen Zahl konfrontiert. Dies gab bei ihnen und anderen griechischen Mathematikern zu größerer Unruhe Anlaß, wie es bei Menschen, die mit Neuem konfrontiert werden, auch heute noch durchaus geschieht. Bemerkenswert scheint, daß die Ideen, oder besser gesagt die Wunschvorstellungen der Pythagoräer bis zum Beginn der modernen Naturwissenschaften ihre Kraft behielten. So versuchte noch Kepler in seinem Werk "Harmonicis Mundi" der Natur menschliche Harmonievorstellungen zu oktroyieren, verschrieb sich aber schließlich dann doch einer mehr rational geprägten Weltsicht.